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Was ist eine Reisekreditkarte?
Vielleicht fragt ihr euch, warum ihr euch mit dem Thema Reisekreditkarten beschäftigen solltet, obwohl ihr z.B. schon eine EC Karte oder Visa Karte habt und zufrieden seid?
Auch wenn die meisten Kosten schon abgedeckt sind, ein bisschen Bargeld in der Tasche zu haben ist nie verkehrt. Damit du ohne Probleme an Geld auf unseren Trips kommst, ist der Weg zu einem Geldautomaten der Lokale Währung ausspuckt am einfachsten und sichersten. Du sparst dir das Vergleichen der Kurse der einzelnen Wechselstuben und hast eine Sorge weniger, dass dein Euro Vorrat geklaut werden könnte.
Daher gehört eine gute Reisekreditkarte zur Standardausrüstung jedes Backpackers. Die Eierlegenewollmilchsau, die ein kostenloses Girokonto + EC Karte + Kreditkarte ohne Auslandsgebühren + Tagesgeldzinsen bietet, gibt es heute (trotz inzwischen wieder steigender Zinsen) leider nicht mehr.
Ich möchte dir trotzdem einen kurzen Überblick geben, auf das du bei der Beantragung einer Reisekreditkarte achten solltest.
Ich habe hier meine aktuellen Kreditkarten verglichen und aufgelistet welche 3 Reisekreditkarten ich bei jedem Backpacking Trip dabei habe.
Unterschied zwischen Debit Card vs. Credit Card
Wenn man umgangssprachlich von Kreditkarten spricht, ist in Europa meist eine Visa oder Mastercard gemeint (American Express und Diners Club sind hier eher seltener). Ursprünglich kommt die klassische Kreditkarte (credit card) aus den USA und hatte einst die Funktion kurzfristige Einkäufe und Dienstleistungen bis zum Monatsende vorzufinanzieren. Je nach Einkommen stellt die Bank einem ein Kreditlimit ein, z.B. 3.000€. Über diesen Betrag kann frei verfügt werden, ohne das Geld schon auf dem Konto haben zu müssen.
Zum Monatsende kommt die Rechnung und die Ausgaben müssen bezahlt werden. Ist man nicht in der Lage die Karte voll auszugleichen, kann über Ratenzahlung der Kredit abgestottert werden. Ab diesem Zeitpunkt fallen saftige Zinsen an und die Bank verdient Geld. Es besteht also ein gewisses Interesse der Bank, dass der Kunde sich (leicht) verschuldet und die getätigten Konsumausgaben über Raten abbezahlen muss. Eine „echte“ Kreditkarte ist an dem Aufdruck „Credit“ zu erkennen.
Bei der Debit Card, erkennbar an „Debit“ auf der Karte, werden die bezahlten Beträge direkt vom Konto abgebucht, ganz ähnlich der klassischen EC-Karte / Girokarte. Die Bank muss bei Kartenausgabe keine Aufwändige Prüfung machen wie solvent der Kunde ist, da maximal das vorhandene Guthaben auf dem Konto ausgegeben werden kann.
Da für Geschäfte die Gebühren bei Kreditkartenzahlung wesentlich höher sind (1-3%) als bei EC Kartenzahlung, werden Kreditkarten im deutschen Handel weniger oft akzeptiert. Die Kosten für normale EC Karten sind jedoch für die Bank höher, weshalb die Branche nun versucht mit der kombinierten Giro/Debit Card die EC Karte endgültig abzulösen.
Kreditkarten (egal ob als Debit oder Credit) sind heute unverzichtbar. Mit ihnen lässt sich sowohl im Geschäft als auch im Internet schnell und einfach bezahlen und an fast jedem Geldautomaten unabhängig vom Anbieter Geld abheben.
Welche Kreditkarte ist besser?
Der größte Vorteil einer klassischen Kreditkarte (Credit Card) ist die weltweite Akzeptanz und die oft besseren Zahlungsbedingungen. Daraus ergeben sich bei einigen Händlern Vorteile für Inhaber einer Credit Card. Besonders Mietwagenanbieter oder Hotels buchen die Kaution lieber (oder nur) von einer Credit Card ab.
Auch bei Flugportalen (OTAs) werden klassische Kreditkarten bevorzugt. Bei Zahlung mit Debit Cards schmilzt der eingeräumte Rabatt ganz zum Schluss gerne nochmal dahin, wenn die ersten 4 Ziffern der Kreditkarte eingegeben werden und das System erkennt, dass es „nur“ eine Debit Card ist. Es ist zwar möglich auf Vergleichsportalen bereits bei der Suche anzugeben, welches Zahlungsmittel verwendet werden soll, aber das ändert nichts daran, dass Credit Cards bei fast allen Online Travel Agencys bevorzugt und rabattiert werden.
Bei Zahlung mit Debit Cards steigen die Kosten für jeden Flug gerne mal um 2-5%, gerade bei Fernstrecken summiert sich das.
Hier ein Beispiel für einen Flug nach Bangkok. Der günstigste Anbieter wurde über Flugvergleichsportal von flug.idealo.de gefunden und ist in diesem Fall der Anbieter weg.de. Hat man sich einmal durch alle Fallstricke und versteckten Zusatzleistungen durchgeklickt, kommt erst im letzten Buchungsschritt die Auswahl des Zahlungsmittel. Hier wird der endgültige Gesamtpreis anhand der eingegebenen Kreditkartennummer berechnet und unterscheidet sich zwischen Debit & Credit Card deutlich.


Zusatzleistungen bei Reisekreditkarten
Oft sind bei Abschluss einer Credit Card zusätzliche Leistungen inklusive, wie z.B. Reiseversicherung und eine Reiserücktrittsversicherung. Um diese nutzen zu können, muss die Reise oder zumindest ein Großteil der Reise (z.B. Flug, Hotel, Mietwagen, Tanken, etc.) in der Regel mit der Kreditkarte bezahlt werden.
Bislang habe ich persönlich noch keine Erfahrungen mit einer Reiserücktrittsversicherung machen müssen und kann daher nicht sagen wie kulant und kundenfreundlich angefallene Kosten wirklich erstattet werden. Da die Reiseversicherung bei der von mir hauptsächlich genutzten Reisekreditkarte der Norwegian Bank aber ohnehin kostenlos inkludiert ist, nehm ich das natürlich gerne mit.
Die wichtigsten Unterschiede bei Reisekreditkarten
Auf der Suche nach den besten Reisekreditkarten, sollte man zuerst definieren was eine gute Kreditkarten ausmacht. Es gibt hier einige Kriterien die speziell auf Reisen und außerhalb des Euro Währungsraums relevant sind. Hier ist eine Übersicht was beim Vergleich von Reisekreditkarten Anbieter beachtet werden sollte:
| Kriterium | Beschreibung |
|---|---|
| Fixkosten | Eine gute Bank/ Kreditkartenanbieter erhebt weder Grundgebühr, Kontoführungsgebühren oder Kreditkartengebühren. Auch sollte das Konto und die Karte bedingungslos kostenlos sein, auch ohne monatliche Nutzung oder Geld Eingang. |
| Gebühren | Für Bargeldabhebungen, Kartenumsätze oder Überweisungen, sollten ebenfalls keine Gebühren erhoben werden. Auch das Sperren UND Entsperren der Karte sollte (wenn digital möglich) kostenlos sein. |
| Fremdwährung | Beim Karteneinsatz im Ausland, wird in der lokalen Währung (außerhalb Euro Raum) bezahlt. Die Umrechnung erfolgt tagesaktuell durch das Kartenausgebendeinstitut (also Visa oder Mastercard). Manche Banken erheben jedoch eine zusätzliche Provision. Bei einer guten Reisekreditkarte sollten keine Fremdwährungsgebühren anfallen. |
| Kartenart | Der Markt wird von den günstigen Debit Cards dominiert, da Credit Cards einen höherer Verwaltungs-aufwand für die Banken bedeuten. Für Reisende sind trotzdem in jedem Fall Credit Cards zu bevorzugen, da sie viele Vorteile bieten. |
| Kartenausgleich | Der Kartenausgleich regelt wie und wann der belastete Betrag vom Kunden eingezogen wird. Bei Debitkarten wird dies innerhalb weniger Tage vom Girokonto abgebucht. Bei einer echten Kreditkarte (Credit Card), erfolgt die Verrechnung erst zum Monatsende. Der fällige Betrag wird per Lastschrift vom Girokonto abgebucht oder man erhält eine monatliche Rechnung und muss diese per Überweisung begleichen. Vergisst man dies, fallen schnell hohe Kreditkartenzinsen an (ab 15% und mehr). |
| App | Besonders auf Reisen ist man meist zu 100% auf sein Smartphone angewiesen und hat eher selten Zugang zu einem PC. Daher sollte die Bank eine stabile App anbieten. Alles Relevanten Funktionen (Überweisungen, Zahlungsfreigaben, Kartensperrung etc.) sollten mit der App erledigt werden können. |
Du merkst also, es geht nicht nur um die Farbe und ob Visa oder Mastercard drauf steht. Eine gute Reisekreditkarte sollte folgende 3 Kriterien erfüllen:
- Komplett Kostenlos – weder monatliche Fixkosten noch Gebühren beim Abheben von Fremdwährung
- Die Bank sollte eine gute App zur Verfügung stellen, mit der eine Verwaltung der Karte/Konto komplett mobil möglich ist. z.B. Karte schnell und einfach sperren (und entsperrt), virtuelle Kreditkarten erstellen, Länderliste, reibungslose Zahlungsfreigabe etc.
- Nach Möglichkeit sollte eine Reisekreditkarte immer eine echte Credit Karte sein und der Debit Karte vorgezogen werden. Die Akzeptanz ist international höher und man profitiert von besseren Zahlungsbedingungen z.B. bei Flugbuchungen.
Hier findest du eine Übersicht über meiner Meinung nach besten kostenlosen Kreditkarten fürs Reisen. Die besten 3 habe ich auf jedem Backpacking Trip dabei.
8 Geld Tipps für deinen Backpacking Trip
- Such dir im Vorfeld eine Bank ohne Fremdwährungsgebühren und oder werde Aktivkunde z.B. durch Daueraufträge zwischen zwei Konten.
- Wenn du öfters reisen willst, hol dir am besten eine echte Credit Card um bei Flugbuchungen zu sparen und von Reiseversicherungen zu profitieren.
- Eine 2. Karte und/oder für alle Eventualitäten sogar eine 3 Reisekreditkarten im Gepäck zu haben schadet nicht. So kann eine in der Geldbörse, eine bei den Reisedokumenten und eine in den Tiefen des Rucksacks verstaut werden. Die 3. Karte kann natürlich auch eine virtuelle Karte sein (diese sollte jedoch unabhängig von den physischen Karten sein).
- Reisekreditkarten und Bargeldreserven niemals zusammen an einem Ort aufbewahren!
- Mastercard bietet einen guten Wechselkursrechner mit den tagesaktuellen Umrechnungskursen an. In manchen Ländern lohnt sich der Vergleich ob Bargeld tauschen an Wechselstuben vielleicht einen besseren Kurs bringt.
- Einige Banken in beliebten Reiseländern (z.B. Thailand, Vietnam) erheben Gebühren an Geldautomaten (ATM) bei Bargeldabhebung (ca. 5-6€). Die Gebühren werden vor der Geldabhebung angezeigt und variieren leicht. Bargeldabhebungen für geringe Beträge sollten daher vermieden werden. Bei internationalen Banken wie der HSBC wurden in der Vergangenheit diese Gebühren noch nicht erhoben.
- NIEMALS den vorgeschlagenen Wechselkurs des Geldautomaten annehmen und immer in Landeswährung mit dem (unbekannten) Kurs bestimmt durch eure Bank Geld abheben. Leider ist diese Abzocke inzwischen gängige Masche bei vielen ATMs, nimm dir daher Zeit beim Geld abheben und lies die Anweisungen genau durch!
- Einige Banken sperren die Kreditkarte im voreiligen Gehorsam bei Abbuchungen aus „suspekten“ Ländern wie den Philippinen, Nigeria oder Kenia. Informier deine Bank daher im Vorfeld über deine Reisepläne. Bei guten Banken kann aber schon in der App eingestellt werden, in welchen Ländern eine Abhebung zugelassen werden soll.

